Barrierefreie Autofähren

eingestellt am 27.06.2008 - 13:49 von PS

Gütesiegel des Sozialverbandes für die WDR

Dagebüll/dew

– Szene im Dagebüller Hafen: Am Fähranleger 1 vor der Nordermole hatte das „MS Schleswig-Holstein“ festgemacht. Grund für die Liegezeit waren Malerarbeiten: Das Fährschiff der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) Föhr-Amrum GmbH sollte frisch „unter Farbe“ gebracht werden. Vor der Steuerbord-Seite, an der in großen Lettern der Name der Autofähre prangt, haben Vertreter des Sozialverbandes Deutschland und der WDR für eine besondere Auszeichnung Aufstellung genommen. Sven Picker, Landesvorsitzender des Sozialverbandes Schleswig-Holstein, überreichte WDR-Geschäftsführer Axel Meyköhn ein Gütesiegel. Mit dieser Auszeichnung würdigte der Verband das „besondere Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“, wie es der Vertreter des Sozialverbandes formulierte.

 Bei der Konstruktion ihrer modernen Fährschiffe „MS Rungholt“, „MS Schleswig-Holstein“ und „MS Nordfriesland “ seien die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen besonders berücksichtigt worden, heißt es in der Begründung. Dies ist sowohl in den überreichten Urkunden als auch in Metall-Plaketten auf den Autofähren nachzulesen.

 Auf den drei Einheiten der „Weißen Flotte“ gibt es behindertengerechte Aufzüge, eine großzügige Gestaltung der Schiffsinnenräume, in denen sich Behinderte mit dem Rollstuhl problemlos bewegen können, und barrierefreie Toiletten. „Insgesamt ist der WDR ein guter Kompromiss zwischen Schiffsbauvorschriften und der Barrierefreiheit gelungen“, bestätigte Frank Dietrich aus dem Kieler Sozialministerium und fügte hinzu, dass für Menschen mit Behinderungen ein weiteres Glied in die „barrierefreie Reisekette“ eingefügt worden sei. Axel Meyköhn: „An Menschen mit Behinderungen hatten wir bereits gedacht, als die drei Fähren bei der Husumer Schiffswerft auf Kiel gelegt wurden. Letzte barrierefreie Feinheiten kamen auf Initiative des Sozialverbandes zustande.“

Nächstes Objekt, dessen sich der Sozialverband annehmen wird, ist das neue Amt „Mittleres Nordfriesland“, teilte der Kreisvorsitzende Hans Christian Albertsen mit. „Auch das neue Amt ‚Südtondern‘ werden wir besuchen.“

shz/26.6.08