Sichere Fährfahrt

eingestellt am 23.09.2009 - 15:49

Sind Kooperations-Partner und deshalb auf Notfälle vorbereitet:(v. li.) Horst Knief, Technischer Inspektor der WDR, die Assistenten der Föhrer Rettungswache, Friederike Dautwiz und Dennis Berg, sowie Christian Wehr, Leiter des Kreis-Rettungsdienstes.


Sichere Fährfahrt: Ein Rucksack für Notfälle auf See

WDR-Schiffe mit Erste-Hilfe-Paket gut ausgerüstet

Wyk/djs

– Die Idee von Christian Wehr, dem Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Nordfriesland, stieß bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) sofort auf offene Ohren. Wehr hatte vorgeschlagen, die Fähren der Reederei mit medizinischen Notfall-Rucksäcken auszurüsten. Gemeinsam mit einem Team der Föhrer Rettungswache, die als Partner-Wache fungiert, hat der Rettungsdienst-Leiter den Inhalt zusammengestellt.

„Damit decken wir 90 Prozent der Notfälle ab.“ Die Helfer haben jetzt für den Fall der Fälle Rettungsmittel in einem Rucksack griffbereit: von der Sauerstoff-Flasche mit Beatmungsbeutel, einem Defibrillator, Schienungsmaterial, Infusionen, Verbandsstoffen bis hin zu den wichtigsten Notfall-Medikamenten. Alle medizinisch Vorgebildeten – wie Ärzte, Krankenschwestern oder Rettungsassistenten – können mit den Rucksäcken umgehen, so die Experten bei der Übergabe in Wyk. Und: Bei beinahe jeder Fahrt würden sich Angehörige medizinischer Berufsgruppen auf den Fähren befinden. Zudem verfügten Kapitän und Erster Offizier über eine erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung.

Der Kreis hat die Materialien bestellt und die WDR die Kosten in Höhe von 2500 Euro übernommen. Sechs Rucksäcke, einen für jedes Schiff, überreichten Christian Wehr und der zuständige Projekt-Manager Sebastian Schildger an den WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn sowie den Technischen Inspektor der Reederei, Horst Knief. „Damit entspricht unser Sicherheitsniveau nun den Standards internationaler Fluglinien“, erklärte Meynköhn, der auf den Fähren „jährlich etwa zehn medizinische Notfälle verzeichnet“. Auf den WDR-Fähren werden jährlich rund 1,8 Millionen Fahrgäste transportiert. Die maximalen Fahrtzeiten zwischen Dagebüll, Wyk und Amrum sowie Schlüttsiel und den Halligen betragen zwischen 45 Minuten und zwei Stunden. Die schwersten Notfälle der vergangenen Jahre, an die sich Geschäftsführer Meynköhn erinnert, sind ein Fußbruch am Anleger und ein Asthma-Anfall an Bord.

Für neues Material und die regelmäßige Wartung der Geräte ist die Partner-Wache der Rettungsleitstelle in Wyk zuständig. Auf den Fähren wird stets bis kurz vorm Ablegen ein Platz freigehalten, damit Notfall-Transporte aufs Festland möglich sind.

"Der Inselbote", 22.09.2009