WDR und Inseln: Eine perfekte Symbiose

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen spielte Kapitän.

WDR und Inseln: Eine perfekte Symbiose

Wyk
„Diese Feier steht symbolisch für die Zukunft und die Vergangenheit der WDR“, brachte es Geschäftsführer Axel Meynköhn in seiner Ansprache auf den Punkt. Nachdem auf der Ostkaje die Taufe der neuen Fähre gefeiert worden war, ging es auf dem Schiff mit der Geburtstagsparty der Reederei weiter, bei der viele Redner den Mut und die Weitsicht würdigten, die die Gründerväter der WDR vor 125 Jahren hatten. „Von der Tatkraft und Verantwortungsbereitschaft der Gründer profitieren die Inseln und Halligen noch heute“, betonte Meynköhn. Das Verhältnis zwischen den Inseln und der Reederei bezeichnete er als „perfekte Symbiose“. Ohne die WDR hätten die Inseln und Halligen sich nicht entwickeln können und ohne die Inseln und Halligen könnte die WDR sich nicht entwickeln.

Besonders Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der sich auch gestern in Wyk als Sparkommissar gab und ausführlich auf die Schuldenlast des Landes einging, dürfte die Ankündigung Meynköhns gefreut haben, dass die WDR auch in Zukunft ihren Aufgaben ohne Staats-Zuschüsse nachgehen wolle. Die WDR beweise, dass auch ohne öffentliche Gelder gute Ergebnisse möglich seien, lobte Carstensen die Reederei und ihren Chef. Die barrierefreien Fußgängerbrücken, die die Hafengesellschaften für die neue Fähre bauen und die vom Land mit 5,1 Millionen Euro bezuschusst werden, bezeichnete Carstensen als als wichtigen Schritt, um die Häfen zukunftsfähig zu machen.

Der Vorsitzende der Insel- und Halligkonferenz, Jürgen Jungclaus, lobte die „nach einer holprigen Anfangsphase“ inzwischen sehr gute Zusammenarbeit mit der WDR. An die seit vielen Generationen bestehenden Verbindungen zwischen ihren Reedereien und der WDR erinnerten der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Reeder, Michael Behrendt (Hapag Lloyd) und Carl-Ulfert Stegmann (Norden Frisia). Wie die meisten Vorredner tauchte auch Wyks Bürgermeister Heinz Lorenzen tief in die Geschichte der Reederei ein. Er erinnerte in seiner Rede auch an den Geschäftsführer Georg Blume, der Ende 1934 entlassen wurde, weil er sich geweigert hatte, der NSDAP beizutreten. Dass dies auch heute noch nicht in der WDR-Chronik Erwähnung finde, sei bedauerlich.

Quelle: Der Inselbote/12.06.2010
pk